SiG 161 – Globalisierungskritscher Newsletter

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Vorwort von SiG 161:

„Die Völker aller Länder leben in Angst, dass – ohne ihr Verschulden – die Kriegshunde erneut von der Leine gelassen werden. […]
Ja, wir leben in einer Welt der Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor der Wasserstoffbombe, Angst vor Ideologien.
Vielleicht ist diese Angst eine größere Gefahr als die Gefahr selbst, denn es ist die Angst, die die Menschen dazu treibt, töricht zu handeln, unüberlegt zu handeln, gefährlich zu handeln.
Ich bitte euch inständig, liebe Schwestern und Brüder, lasst euch bei euren Überlegungen nicht von diesen Ängsten leiten, denn Angst ist eine Säure, die die Handlungen des Menschen in seltsame Muster ätzt.
Lasst euch von Hoffnungen und Entschlossenheit leiten, lasst euch von Idealen leiten, und ja, lasst euch von Träumen leiten!“
Das waren die Worte von Präsident Sukarno bei der Eröffnung der Bandung-Konferenz – vor 71 Jahren.
Worte, die aktueller denn je sind. Er fuhr fort: „Keine Aufgabe ist dringender als die, den Frieden zu bewahren.“

„Wir beobachten eine Verschiebung der Weltbeziehungen. […]
Mit dem drohenden ökonomischen und politischen Bedeutungsverlust steigt die Kriegsgefahr, denn der Abstieg soll militärisch aufgehalten werden.“ (Ulrike Eifler).
„Hochrüstung, Neuverschuldung und der Abriss der Sozialsysteme werden in besonderem Maß von Deutschland forciert, treffen jedoch die Bevölkerungen aller Länder Europas.“ (Deutschlands Rüstungsdurchmarsch; Sozialkahlschlag für Großmachtziele)

Dagegen formieren sich Proteste: Auf der Londoner Konferenz wurden europaweite Aktionstage im Herbst vereinbart. Ein Schulterschluss der Friedensbewegung mit den Gewerkschaften soll gestärkt und eine internationale Vernetzung aufgebaut werden.

Am 6. August 1945 hatte eine einzige Atombombe die Stadt Hiroshima in eine verbrannte Ebene verwandelt und forderte unzählige Menschenleben, drei Tage später warfen die USA eine zweite Atombombe auf Nagasaki.
Die Bewegungen gegen Atomwaffen brauchen weiterhin Verstärkung, ebenfalls die Bewegungen gegen die völkerrechtswidrigen Angriffskriege und deren Beihilfe. (Beihilfe Deutschlands zum Angriffskrieg gegen den Iran, zum Völkermord und zur Kolonisierung in Palästina / Zypern: Militärische Basen und Kollaboration mit Israel).

„Wenn mächtige Staaten Kriege führen oder ermöglichen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, lassen sich die Auswirkungen nicht eindämmen. […]
Die Ärmsten sehen sich mit höheren Preisen, weniger Dienstleistungen und größerem Hunger konfrontiert, während die reichsten Investoren und Konzerne oft in der Lage sind, von der Volatilität zu profitieren. (Oxfam)
Hinzuzufügen wäre, dass die großen Herausforderungen des Klimawandels und der vielfältigen Umweltzerstörungen noch weniger angegangen werden – ja die Kriege machen alles noch viel schlimmer.
Jean Ziegler sprach von einem „dritten Weltkrieg“ gegen die Völker des Südens – durch Hunger, Massakern, Kriegen, verschmutztem Wasser, …
„Und doch sagte er zugleich, es gebe eine unglaubliche Kraft im Menschen.“ (Sabiene Jahn)

Wie kann überhaupt Frieden geschaffen werden?

Entmutigung kann sich angesichts der vielen wachsenden Krisen breit machen. Und doch: „Ich glaube, die Wirkung einer Handlung und erst recht einer Anhäufung von Handlungen kann jederzeit eintreten, oft dann, wenn man es am wenigsten erwartet.“ (Susan George)

Weltweit fordern viele Menschen, auch Regierungen die Einhaltung des Völkerrechts, insbesondere die Einhaltung der UN-Charta zur friedlichen Beilegung von Konflikten.

Jeffrey Sachs meint: “Es ist für Zeit für Diplomatie, Herr Bundeskanzler […].
Die Bedingungen eines akzeptablen Abkommens, das Deutschland vorschlagen könnte, sind klar.“ – und er führt sie aus.

Amara Enyia vom US-Movement for Black Lives sagte auf der Londoner Konferenz:
»Eine Antikriegsbewegung ohne eine explizit antiimperialistische und antikoloniale Agenda und ohne eine klare Kritik am Kapitalismus ist undenkbar.«

Attac Frankreich hebt hervor:
„Wir brauchen heute eine starke, solidarische, feministische und internationalistische Bewegung, die soziale Gerechtigkeit, Friedenspolitik und ökologische Verantwortung in den Mittelpunkt ihrer Anliegen stellt und sich der Politik der Militarisierung widersetzt.“
Das Weltsozialforum in Cotonou wird dazu einen Beitrag leisten.

Sukarno zog damals die Lehre aus erfolgreichen Verhandlungen um Indochina:
Die Regierungen „verfolgten keine machtpolitischen Ziele.
Sie hatten nur ein Interesse: die Kämpfe so zu beenden, dass die Chancen für dauerhaften Frieden und Stabilität verbessert wurden.“
Solche Regierungen brauchen wir.


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Redaktion: Christine Bidell, Dani Dörper, Barbara Fuchs, Werner Horch, Martina Jäger, Ingeborg Schellmann, Marie-Dominique Vernhes,

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