I. Gewerkschaftskonferenz am 24. und 25. Juli in Würzburg
Vom 24. bis 25. Juli tagten in Würzburg weit mehr als 250 Friedensaktivist*innen aus nationalen und internationalen Gewerkschaften. Per Video-Streaming konnten weitere Personen die Tagung mitverfolgen. Zu den vielen friedenspolitisch engagierten Referent*innen und Podiumsteilnehmer*innen zählten Vertreter*innen aus Gewerkschaften, politischen Parteien, Friedensorganisationen, Wissenschaft und Bildung. Das Publikum wurde in die Konferenz einbezogen. Das Ziel bestand darin, der Militarisierung, der Aufrüstung und dem massiven Sozialabbau entgegenzuwirken sowie sich für die Stärkung friedenspolitischer und antimilitaristischer Kräfte in nationalen und internationalen Gewerkschaften einzusetzen. In den Jahren zuvor fanden bereits Gewerkschaftskonferenzen für den Frieden in Hanau, Stuttgart und Salzgitter statt.
Rückblick – Publikationen:
- https://wuerzburg.igmetall.de/wo-frieden-zur-gewerkschaftsfrage-wird-die-vierte-gewerkschaftskonferenz-fuer-den-frieden-in-wuerzburg/
- https://www.nd-aktuell.de/artikel/1201393.gewerkschaftskonferenz-den-frieden-gewinnen-nicht-den-krieg.html
Einladung zur Konferenz: Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg! – Rosa-Luxemburg-Stiftung
Programm der Konferenz: https://info.rosalux.de/download/9zjym/S-84eecd2a-0a6b-4576-b52f-2326f3725413_WebShop%20-%20Flyer%20Friedenskonferenz.pdf
II. Internationale Friedenskonferenz in London – Frieden ist eine Klassenfrage
Eingeladen wurden Menschen und Organisationen aus den Gewerkschaften und der Internationalen Friedensbewegung. Die Unterzeichner des Aufrufs kamen aus 23 Ländern: Österreich, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Norwegen, Palästina, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Serbien, Spanien, Schweden, Schweiz, Ukraine, Vereinigte Staaten. Auf einer internationalen Antikriegskonferenz wurde der Zusammenhang zwischen dem Widerstand gegen soziale Kürzungen und Militarisierung betont.
Weitere Informationen mit Hintergründen und Quellen finden sich auf den Seiten 32 und 33 von „Sand im Getriebe”, dem internationalen globalisierungskritischen Newsletter.
III. DGB-Beschlüsse und Friedenspolitik
Vom 10. bis 13. Mai 2026 tagte in Berlin der 23. Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes. https://www.dgb.de/der-dgb/ordentlicher-bundeskongress – Zwei friedenspolitische Anträge wurden angenommen.
- Antrag E01: Nein zur Wehrpflicht ! Der Beschluss wendet sich gegen Wehrpflicht, verpflichtende Dienste, Wehrerfassung und Militärwerbung an Schulen.
- Antrag I02: der 11-seitige DGB-Bundesverband-Initiativantrag „Friedensfähig statt kriegstüchtig – unser gewerkschaftlicher Auftrag in unsicheren Zeiten“ stellt Anforderungen an die friedens- und sicherheitspolitische Positionierung der Bundesregierung:
- Den deutschen Verteidigungshaushalt und verteidigungsrelevante Infrastrukturausgaben nicht an der beliebigen Fünf-Prozent-Zielvorgabe der NATO auszurichten. Das Erreichen dieser Zielmarke entspräche aktuell rund 224 Mrd. Euro jährlich – und damit fast der Hälfte des Bundeshaushalts. […]
- Anspruch an Europa: Verantwortung übernehmen als globale Friedensmacht […]
- Eine äußerst restriktive und transparente Rüstungsexportpolitik auf nationaler und EU-Ebene zu verfolgen. Sie darf nur im Einzelfall Ausnahmen zulassen, um ein Land in der Verteidigung seines Existenzrechts und seiner territorialen Integrität zu unterstützen. […]
- An der Entscheidung gegen die Wiedereinführung eines verpflichtenden Wehrdienstes festzuhalten und auch anderen Pflichtdienste eine klare Absage zu erteilen.
- verstärkt in die Abwehr hybrider Bedrohungen, etwa durch Cyber- und Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur, Sabotage und Desinformation, sowie einen wirksamen Zivil- und Bevölkerungsschutz zu investieren, den dafür notwendigen gesetzlichen Rahmen und die finanziellen Voraussetzungen schaffen.
- https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Antr%C3%A4ge_23._OBK/Antrag_I02.pdf
IV. Veranstaltungen im September und Oktober – Gewerkschaften und Friedensbewegung
1. September, Antikriegstag – Bundesweite Kundgebungen und Vorträge – Aufruf: Antikriegstag 2026 | DGB
26. September – bundesweite Demonstrationen: „Hart verdient“ – Für einen starken Sozialstaat und den Schutz von Arbeitnehmerrechten.
3. Oktober, Demo in Berlin und Stuttgart. Mehrere Gewerkschaftsgliederungen rufen auf – Bundesweite Demonstration am 3. Oktober 2026 in Berlin und Stuttgart | Nie wieder Krieg!
